Reifendruck und Sprit — So sparst du bis zu 5 % am Verbrauch

Reifendruck und Sprit — So sparst du bis zu 5 % am Verbrauch

Warum Reifendruck so wichtig ist

Die Reifen haben den direktesten Einfluss auf deinen Spritverbrauch. Ein zu niedriger Reifendruck erhöht den Rollwiderstand — das Auto braucht mehr Kraft, um zu rollen. Schon 0,3 bar zu wenig bedeuten bis zu 5 % Mehrverbrauch.

Rechenbeispiel bei einem Durchschnittsauto:

  • Jahreskilometer: 15.000
  • Verbrauch: 7 L/100 km
  • 5 % Mehrverbrauch durch niedrigen Druck = 52 Liter pro Jahr
  • Bei 1,75 €/L = 91 € vermeidbare Kosten

Höherer Reifendruck — weniger Rollwiderstand, mehr Sparsamkeit

Eine höhere Reifenspannung reduziert den Rollwiderstand und somit den Energieverbrauch des Fahrzeugs. Dies führt zu einem erhöhten Verbrauchsersparnis von 2-3 %, wie das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) feststellte.

Wo finde ich den richtigen Reifendruck?

Den vom Hersteller empfohlenen Reifendruck findest du:

  • Im Tankdeckel (am häufigsten)
  • In der B-Säule (Türrahmen Fahrerseite)
  • In der Bedienungsanleitung
  • Im Handschuhfach

Dort stehen zwei Werte: einer für Normalbeladung (1-2 Personen, wenig Gepäck) und einer für Vollbeladung (3+ Personen, voller Kofferraum).

Richtiger Reifendruck in der Praxis — eine Frage des Balance

Es ist wichtig, den richtigen Reifendruck nicht nur zu kennen, sondern auch zu beherzigen. Ein geringer Druck kann das Auto auf die Hinterreifen drücken, was wiederum einen schlechteren Überwärme- und Abrieb-Mechanismus verursacht. Dies könnte zum ungleichmäßigen Verbrauch führen.

Um eine optimale Ausnutzung des Rollwiderstands zu erreichen, sollte der Reifendruck in der Regel um 0,2 bis 0,3 bar über die Herstellerempfehlung liegen. Dies bietet sowohl einen leichteren Fahrkomfort als auch einen reduzierten Verbrauch.

Eine Überprüfung und Anpassung des Reifenpressens ist jedoch immer eine gute Idee, um sicherzustellen, dass der optimale Druck eingehalten wird.

Tipp: Immer 0,2-0,3 bar über Empfehlung fahren

Ein bewährter Trick: Fahre mit 0,2 bis 0,3 bar mehr Druck als die Herstellerempfehlung. Vorteile:

  • Weniger Rollwiderstand = 2-3 % weniger Verbrauch
  • Längere Lebensdauer der Reifen (gleichmäßigerer Abrieb)
  • Besseres Ansprechverhalten in Kurven
  • ⚠️ Etwas härterer Federungskomfort (kaum spürbar)

Mehr als 0,5 bar über Empfehlung solltest du nicht fahren — sonst verschleißt der Reifen in der Mitte und der Grip in der Nässe leidet.

Sommer vs. Winter

Warum der Druck im Winter stärker sinkt

Luft zieht sich bei Kälte zusammen. Pro 10°C Temperaturunterschied ändert sich der Reifendruck um ca. 0,1 bar. Wer im Sommer bei 30°C mit 2,5 bar gefahren ist, hat im Winter bei -10°C nur noch ca. 2,1 bar — das ist zu wenig.

Winter-Regel

Im Winter immer 0,2 bar mehr als die Herstellerempfehlung. Außerdem: mindestens alle 4 Wochen prüfen.

Wie prüfe ich den Reifendruck richtig?

  1. Bei kalten Reifen messen — Nach max. 2 km gefahrener Strecke. Warme Reifen zeigen 0,2-0,3 bar höheren Druck an.
  2. An der Tankstelle — Die meisten Tankstellen haben kostenlose Luftdruckstationen
  3. Alle 4 Reifen + Reserverad — Auch das Reserverad sollte den richtigen Druck haben
  4. Ventilkappen wieder aufschrauben — Schutz vor Dreck und Korrosion

Häufige Fehler

  • ❌ Prüfen nach langer Fahrt — Reifen zu warm, Wert zu hoch
  • ❌ Gleicher Druck vorne und hinten — meist sind die Werte unterschiedlich
  • ❌ Nur jährlich prüfen — Reifen verlieren monatlich ca. 0,1 bar von allein
  • ❌ Nach Reifenwechsel nicht anpassen — Werkstätten füllen oft nur Standarddruck

Reifendruckkontrollsystem (RDKS/TPMS)

Seit November 2014 haben alle Neuwagen ein Reifendruckkontrollsystem. Es warnt, wenn der Druck stark abfällt. Das ist gut — aber nicht präzise genug. Die Warnung kommt erst bei deutlichem Druckverlust (meist 0,5 bar unter Soll). Zu dem Zeitpunkt hast du schon 5-8 % Mehrverbrauch.

Besser: Regelmäßige manuelle Kontrolle mit einem digitalen Reifendruckmesser (ab 15 €). Das spart dir über das Jahr 50-100 € Sprit.

Fazit

Reifendruck prüfen ist der einfachste und günstigste Weg, um Sprit zu sparen. Einmal im Monat 2 Minuten Zeit — spart dir 80-100 € pro Jahr. Mehr Spartipps im großen Spritspar-Ratgeber.

FAQ: Häufig gestellte Fragen
  • Häufigstes Frage: Ist es wirklich so wichtig, den Reifendruck regelmäßig zu überprüfen? Ja, der Reifendruck hat einen direkten Einfluss auf den Spritverbrauch. Eine mangelhafte Überwachung kann 5-8 % des Verbrauchs steigern.
  • Kann ich selbst prüfen oder muss ich zu einem Fachmann? Bei der Überprüfung können Sie es selbst machen, indem Sie die Reifen nach einer kurzen Fahrt auf kalte Reifen messen. Sollten Sie jedoch unangenehme Symptome wie Unebenheiten in der Fahrweise bemerken, empfiehlt es sich, einen Fachmann zu konsultieren.
  • Wie oft sollte ich den Reifendruck überprüfen? Regelmäßig: zumindest einmal im Monat. Wenn Sie fahren, können die Reifen auf Grund des Drucksverlusts 0,1 bar pro Monat verlieren.
  • Muss ich beim Reifenwechsel den Druck neu einstellen? Ja, nach dem Austausch von Reifen sollten Sie immer den Druck überprüfen und eventuell anpassen. Die Empfehlungen des Herstellers sind dabei die Grundlage.
  • Was passiert, wenn der Reifendruck zu niedrig ist? Ein zu niedriger Reifendruck kann das Risiko von Verkehrsunfällen erhöhen und den Spritverbrauch steigern. Zu niedrig kann auch die Lebensdauer der Reifen verkürzen.
Quellen: Markttransparenzstelle für Kraftstoffe (MTS-K) beim Bundeskartellamt, ADAC, E-Control Österreich, OpenChargeMap, eigene Auswertungen TankPilot · Stand: 19. April 2026
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